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Titan oder Keramik: Welches ist das bessere Implantat?

Implantate werden schmerzfrei in den Kieferknochen eingesetzt und übernehmen die Funktion der natürlichen Zahnwurzel. Der eigentliche Zahnersatz – eine Krone oder Brücke – wird darauf angebracht. Zahnimplantate sind in Funktion und Ästhetik die perfekte Lösung bei Zahnverlust: Sie fühlen sich wie eigene Zähne an, stellen die Kaufunktion wieder her, verhindern den Knochenschwund im Kiefer und schonen die Nachbarzähne. Und sie sehen völlig natürlich aus. 

Wenn Sie sich als Patient für ein Zahnimplantat anstelle eines konventionellen Zahnersatzes entschieden haben, stellen Sie sich vielleicht die Frage, welches Material für Sie das ideal ist: Titan und Keramik? Eventuell sehen Sie Metall als Werkstoff in der Medizin grundsätzlich kritisch und wünschen sich deshalb ein metallfreies Implantat, da Sie eine Unverträglichkeit und andere Nebenwirkungen befürchten. Für solche Sorgen haben wir volles Verständnis!

Besonders Patienten mit chronischen Vorerkrankungen wie Allergien, Diabetes, Rheuma, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen setzen ihre Hoffnung auf metallfreie Werkstoffe, da ein Implantat aus Titan für sie bisher kaum infrage kam. Die Diskussion um die Materialfrage löst jedoch viel Unsicherheit aus, deshalb werden die wichtigsten Argumente sowie Vorteile und Nachteile von Zahnimplantaten aus Keramik versus Titan hier zusammengefasst. 

Titanimplantat: Seit langem wissenschaftlich erforscht und bestätigt

Titan ist das bei zahnmedizinischen Implantationen derzeit am häufigsten verwendete Material. Die für Zahnimplantate relevanten Eigenschaften, wie Körperverträglichkeit, Stabilität, Belastbarkeit und Langlebigkeit sind sorgfältig und seit langer Zeit erforscht. Laut wissenschaftlichen Studien verhält hochreines Titan sich biologisch neutral und weist eine hervorragende Gewebeverträglichkeit auf – und es gibt keine Allergien auf Titan und eine eigentliche Abstoßungsreaktion findet nicht statt. Diese Biokompatibilität ist für den Erfolg einer Implantatbehandlung von großer Bedeutung. Obwohl ein Titanimplantat aus Metall besteht, sind Überreaktionen bisher nahezu unbekannt.

Rasches Einwachsen und Einheilen von Zahnimplantaten aus Titan

Gegenüber Zahnimplantaten aus Keramik haben Titanimplantate noch immer den Vorteil, dass sie schneller in den Kieferknochen einwachsen und einheilen. Aufgrund der Biokompatibilität geht Titan im menschlichen Körper eine direkte molekulare Verbindung mit dem Kieferknochen ein – die sogenannte Osseointegration. Langzeiterfahrungen zeigen, dass das Implantat vom umliegenden Gewebe gut angenommen wird, neue Knochenzellen lagern sich fest daran an, was für eine gute Integration der neuen künstlichen Zahnwurzel in den Kieferknochen sorgt. Titanimplantationen zeichnen sich deshalb durch eine hohe Einheilungsquote aus, was beim derzeitigen Stand der Wissenschaft für die Verwendung von Titan spricht.

Implantat fürs Leben: Weitere gute Eigenschaften von Titan

Das Edelmetall überzeugt mit einer sehr hohen Bruchfestigkeit. Da sich natürliche Knochensubstanz und Titan hinsichtlich der Elastizität sehr ähneln, kommt es nur extrem selten zu Brüchen der Implantate. Zudem ist Titan leicht, sehr stabil aber dennoch dehnbar. Es ist korrosionsbeständig und temperaturbeständig. All das macht die Implantate aus Titan äußerst langlebig. An einem professionell gesetzten Titanimplantat haben Sie meist ein Leben lang Freude!

Warum Reintitan als Werkstoff für Implantate?

Wird ein Implantat aus reinem Titan eingesetzt, muss der Körper nur ein einziges Metall annehmen. Es gibt zwar alternative Werkstoffe aus unterschiedlichen Titanlegierungen mit einer noch höheren Bruchfestigkeit als Reintitan – da die Legierungen jedoch teilweise unerwünschte Nebenwirkungen auslösen können, sind sie aus medizinischer Sicht nicht akzeptabel. Aufgrund des komplizierten Herstellungsprozesses ist reines Titan wesentlich teurer als Stahllegierungen. Doch bei Fokussierung auf die langfristige Gesundheit des Patienten und den dauerhaften Behandlungserfolg darf dies selbstverständlich kein Argument sein. In unserem Implantatzentrum Dr. Hinze bei München verwenden wir aufgrund der derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse ausschließlich Implantate aus Reintitan. Die Entwicklung im Bereich der Keramikimplantate verfolgen wir aufmerksam und werden bei zukünftiger gesicherter Datenlage mit einem entsprechenden Angebot reagieren.

Zahnimplantate aus Keramik: Ist metallfreier Zahnersatz besser als Titan?

Seit Ende der 80er Jahre wurden Keramikimplantate aufgrund ungünstiger Materialeigenschaften nicht mehr eingesetzt – jetzt erleben Sie eine Art Comeback. „Keramikimplantat“ ist ein eher umgangssprachlicher Begriff. Genaugenommen handelt es sich heute um sogenannte Zirkonoxid-Implantate. Patienten sollten wissen, dass es sich bei Zirkon grundsätzlich eher um ein metallurgisches als ein keramisches Material handelt. Dennoch gelten Zirkonoxid-Implantate als metallfrei, was für chronisch kranke Patienten, wie Allergiker und Rheumatiker, wichtig sein könnte. Denn bei dieser Risikogruppe wurde bisher vereinzelt auf die Implantatversorgung verzichtet, da das Risiko einer Abstoßung erhöht ist.

Die Farbgebung von Keramik entspricht der natürlichen Zahnfarbe weitgehend, was unter Umständen einen gewissen ästhetischen Vorteil bringt, wenn das Implantat an einer Gebissstelle gesetzt wird, die von sehr dünnem Zahnfleisch abgedeckt wird. Dies spielt jedoch keinerlei Rolle, wenn der erfahrene Implantologe ausreichend gesundes Knochen- und Zahnfleischgewebe um das Zahnimplantat etablieren kann. In diesem Falle ist eine perfekte ästhetische Implantatversorgung mit den bewährten Titanimplantaten möglich.

Positive Eigenschaften – doch keine Langzeitstudien für Keramikimplantate

Nach bisherigen Erkenntnissen sind Keramikimplantate biologisch uneingeschränkt verträglich. Das Material soll Unverträglichkeiten und Allergien völlig ausschließen und das Zahnfleisch bzw. Weichgewebe reagiert sehr positiv auf Zirkonoxid. Zudem weist es eine hohe Biegefestigkeit und Härte auf. Doch die wissenschaftliche Dokumentation und die praktischen Erfahrungswerte sind noch äußerst gering. Hinsichtlich der Langlebigkeit müssen Keramikimplantate sich erst noch beweisen. Ob sie so gut abschneiden wie Titanimplantate bleibt abzuwarten und wird wegen den Alterungseigenschaften von Zirkonoxid derzeit noch eher angezweifelt.

Nachteile von Keramikimplantaten: lange Einheilungszeit und weniger robust

Mit bis zu 24 Wochen dauert die Knocheneinheilung bei Keramikimplantaten deutlich länger als bei Titanimplantaten, wo sie etwa 6-12 Wochen beträgt. Weitere Nachteile ergeben sich aus den Aufbauarten. Keramikimplantate kommen als einteilige und als zweiteilige Implantate zum Einsatz. Bei der ersteren Variante ist eine unbelastete Einheilung zu gewährleisten: Das Implantat muss viele Wochen lang vor zu früher Belastung geschützt werden. Eine Notwendigkeit, die nicht immer erfolgreich gelöst werden kann. Zudem kann bei einem solchen Zirkonoxid-Implantat der Aufbau nicht flexibel gewählt werden – die optimale individuelle Form muss durch Beschleifen erzielt werden. Hier besteht die Gefahr von Beschädigungen und der Beschleunigung des Alterungsprozesses des Materials. Bei der zweiteiligen Variante ist die langfristige Stabilität noch nicht ausreichend dokumentiert. Es bleibt abzuwarten, ob für diese Problemstellungen Lösungen gefunden werden, die sich langfristig bewähren. 

Fazit: Titanimplantat und Keramikimplantat – Studienergebnisse und Erfahrungen

Titan ist ein seit langem bewährtes Implantatmaterial. Gewiss ist Keramik ein interessanter Werkstoff, der vor allem Risikopatienten Vorteile bieten kann. Doch derzeit kommt das Keramikimplantat hinsichtlich der Kriterien Sicherheit, Flexibilität und schnelle Einheilung noch nicht vollständig an das moderne Titanimplantat heran. Gewissenhafte Spezialisten für Implantologie müssen die Produktentwicklung und Forschung auf diesem Gebiet kontinuierlich verfolgen. Erst wenn gesicherte Erkenntnisse aus Langzeitstudien vorliegen, können wir die Patienten entsprechend versorgen. Momentan scheint es für eine uneingeschränkte Anwendung von Keramikimplantaten noch zu früh.  

Achtung vor Trends: Bei der Gesundheit lieber auf Bewährtes setzen

In einer Gesellschaft, die zunehmend auf einen biologischen und nachhaltigen Lebensstil setzt, ist der Wunsch nach einem „natürlichen“ Material bei Implantaten zwar absolut nachvollziehbar. Doch es ist nicht sinnvoll, sich in jedem Lebensbereich darauf zu versteifen. Was die zahnmedizinische Implantologie anbelangt, scheint der Ruf nach Keramik derzeit eine Art Modeerscheinung zu sein, der von wissenschaftlichen Fakten noch nicht endgültig gestützt wird.

Wer sich bei einem erfahrenen Spezialisten für Implantologie beraten und behandeln lässt, kann auf dessen Empfehlung vertrauen. Dem voraus geht eine sorgfältige umfassende Diagnostik und individuelle persönliche Beratung. In modernen Praxen wie unserem Implantatzentrum Dr. Hinze München kommen dabei innovative Methoden, wie die dreidimensionale Darstellung mittels Digitaler Volumentomographie (DVT) und Digitales Röntgen zum Einsatz, die sichere Diagnoseergebnisse gewährleisten. Denn wir möchten, dass Sie langfristig mit Ihrem Zahnersatz glücklich sind! 

Ihr Dr. Marc Hinze

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