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Sofortimplantation, Sofortversorgung, Sofortbelastung: Zahnersatz mit Implantat an einem Tag – Voraussetzungen und Vorteile

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Sie sind ein bisschen verwirrt? Das wundert nicht, denn die Begriffsvielfalt ist für die meisten Patienten zunächst einmal eine echte Überforderung. Dennoch ist sie sinnvoll und notwendig, um die unterschiedlichen Möglichkeiten in diesem zahnmedizinischen Bereich voneinander abzugrenzen.

Wir wollen Licht ins Dunkel bringen, Ihnen die wichtigsten Begriffe verständlich machen und die Voraussetzungen sowie Vorteile einer Sofortimplantation beschreiben.

Der Grundstein: Implantat und Zahnimplantat

Ein Implantat ist ein in den Körper eingebrachtes künstliches Material, das langfristig dort verbleiben und eine bestimmt Funktion übernehmen soll. Ein Zahnimplantat wird in den Kieferknochen eingesetzt und fungiert als künstliche Zahnwurzel. Auf diesem Implantat wird der eigentliche Zahnersatz, beispielsweise eine Krone oder Brücke, angebracht. Meist ist ein Zahnimplantat schraubenförmig oder zylindrisch geformt und besteht aus Titan (Reintitan), auch Keramik (Zirkonoxid) kommt zum Einsatz. Mehr zu Titan oder Keramik

Was versteht man unter Sofortimplantation und Sofortimplantat?

Bei der Sofortimplantation erfolgen die Entfernung des natürlichen Zahnes und das Einbringen des Implantats in derselben Sitzung. Die künstliche Zahnwurzel wird also unmittelbar nach der Extraktion in den Kieferknochen eingesetzt. Im Gegensatz dazu wird bei der herkömmlichen Methode in der Regel zunächst der Zahn gezogen. Erst später werden die Implantation und das Aufbringen des Zahnersatzes zeitlich getrennt durchgeführt.

Der Begriff Sofortimplantat wird zum einen gleichbedeutend mit Sofortimplantation verwendet. Zum anderen ist es die Bezeichnung für eine bestimmte Implantatform, die für eine direkte Belastung mit Zahnersatz – die Sofortversorgung – konzipiert ist.

Sofortversorgung und Sofortbelastung

Wird das Implantat im selben Behandlungsvorgang sofort mit einer provisorischen Krone versorgt, handelt es sich um eine Sofortversorgung. Auf ein solches Provisorium sollte der Patient zum Schutz vor Überbelastung in den ersten 6 bis 8 Wochen noch nicht fest aufbeißen. Dies wird erreicht, indem der provisorische Zahnersatz so geformt wird, dass er keiner starken Belastung ausgesetzt ist.

Eine Sofortbelastung hingegen wird beispielsweise dann erreicht, wenn mehrere Implantate eingesetzt und über einen Kronenblock verbunden werden. Darauf kann sofort eine meist provisorische Krone aufgesetzt werden, die die volle Kaustabilität bietet – der eingesetzte Zahnersatz wird also direkt in Belastungsfunktion gebracht.

Auch Einzelzahnimplantate können nach Methode der Sofortbelastung gesetzt werden. Hierbei muss das Implantat bereits beim Einbringen eine sehr hohe Festigkeit aufweisen. Voraussetzungen sind hier eine günstige Knochenqualität und ein perfekt eingepasstes spezielles Implantat ausreichender Größe oder Länge.

Die Sofortbelastung erfordert eine komplexe Behandlungsstrategie und sorgfältige Planung. Sie sollte deshalb nur von einem erfahrenen Spezialisten der Implantologie durchgeführt werden. Dieser wird Sie eingehend zu Ihren individuellen Möglichkeiten aufklären.

Feste Dritte Zähne an einem Tag: Königsdisziplin der Sofortimplantation mit Sofortbelastung

Eine weitere Form der Sofortimplantation mit Sofortbelastung ist die revolutionäre Behandlungsmethode „Feste Dritte Zähne: Implantat-Zahnersatz an einem Tag“. Bei dieser Art der Implantatversorgung erhält der Patient an einem einzigen Tag einen neuen festsitzenden Zahnersatz – dies ist unter gewissen Voraussetzungen selbst dann möglich, wenn bereits viele Zähne fehlen oder der baldige Zahnverlust abzusehen ist. Morgens kommen Sie in die Zahnarztpraxis – und gehen am selben Abend mit einem festen Zahnersatz nach Hause.

Primärstabilität – Wichtiges Kriterium für die Entscheidung: Sofortversorgung ja oder nein?

Primärstabilität bezeichnet die Stabilität (Festigkeit) des Implantats im Knochen direkt nach dessen Einbringung in den Kiefer, noch bevor der Einheilungsprozess beginnt. Sie gilt als wesentliches Kriterium für die Einheilung eines Implantats (Osseointegration), auf der wiederum die Sekundärstabilität des Implantats beruht. Auch für die Sofortversorgung bzw. Sofortbelastung ist eine ausreichende Primärstabilität Grundvoraussetzung. Sofort-Implantatsysteme erreichen eine hohe Primärstabilität dank der konischen Implantatform und einer besonderen Schraubengeometrie. So kann das Implantat direkt versorgt werden.

In welchen Fällen kann eine Sofortimplantation durchgeführt werden?

Voraussetzung für eine Sofortimplantation mit einem sehr guten ästhetischen Ergebnis ist, dass zum Zeitpunkt der Extraktion des zu ersetzenden Zahnes ausreichend stabiles Knochenmaterial und Weichgewebe (Zahnfleisch) vorhanden ist. Zudem darf keine akute Entzündung vorliegen: Das Zahnfach (Alveole) des Patienten muss überwiegend entzündungsfrei sein. 

Generell lässt sich sagen: Je früher ein nicht zu erhaltender Zahn durch ein Implantat ersetzt wird, desto besser. Denn dadurch wird dem Knochen- und Gewebeverlust entgegengewirkt, der durch das Fehlen eines oder mehrerer Zähne entsteht. Dasselbe gilt auch für die Entscheidung zur Extraktion selbst: Wird gewartet, bis der Zahn von selbst verloren geht, geht auch viel Knochensubstanz verloren. Beispielsweise wenn eine lange Phase der Zahnlockerung (Parodontitis / Parodontose) durchlebt wurde. Dieser verlorene Knochen muss dann meist sehr aufwändig wieder aufgebaut werden (Knochenaufbau).

Sofortversorgung vollständig zahnloser Patienten

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Sofortversorgung sogar bei vollständig zahnlosen Patienten durchgeführt werden. Hierfür bedarf es eines interdisziplinär perfekt ineinandergreifenden Konzepts zwischen Implantologen und Prothetikern. Neben der chirurgischen Expertise muss die präoperative Diagnostik eine besondere Rolle im Behandlungskonzept einnehmen. Eine dreidimensionale Bildgebung mit der millimetergenauen Evaluation der knöchernen Strukturen, ausgerichtet auf ein präoperatives Set-up, ist somit Grundvoraussetzung.

Die Vorteile der Sofortimplantation mit Sofortversorgung: Knochenerhalt und Weichgewebeerhalt

Durch die Sofortimplantation und auch durch die Sofortversorgung mit einem Provisorium auf dem Implantat kann sowohl Knochenmaterial als auch Weichgewebe bestmöglich erhalten werden. Die Knochenwunde, die nach Ziehen eines Zahnes entsteht, wird bei der Sofortimplantation direkt mit dem Implantat und bei Notwendigkeit mit Knochenmaterial oder Knochenersatzmaterial ausgefüllt. So wird ein Abbau der Knochenwände weitgehend vermieden. Auch das umgebende Weichgewebe wird bei entsprechender Ausformung durch ein sofort aufgesetztes Provisorium in ihrer Struktur geformt und erhalten. 

Die wichtigsten Vorteile aus Patientensicht

Als Patient sind Ihnen die oben genannten zahnmedizinischen Vorteile natürlich wichtig. Doch in unserer auf Implantologie und Parodontologie spezialisierten Praxis in Gräfelfing bei München wird immer wieder deutlich, dass bei den Patienten die subjektiven Vorzüge im Vordergrund stehen:

>> Eine extrem verkürzte Behandlungsdauer

Nach der Zahnentfernung müssen Sie nicht mehrere Wochen auf das für eine normale Implantation notwendige Ausheilen der Wunde warten 

>> Ein sofortiges Provisorium oder ein sofortiger fest sitzender Zahnersatz

Die durch den entfernten Zahn entstandene Lücke wird in den meisten Fällen sofort durch ein Provisorium auf dem Implantat versorgt. Bei der Methode „Feste Dritte Zähne an einem Tag“ sogar mit einem festen Zahnersatz. Es entsteht also keine temporäre Zahnlücke.

>> Ein deutlich geringeres Stressempfinden 

Die Zahnentfernung, die Implantation sowie die Implantaterstversorgung mit einer Krone werden in einem einzigen Eingriff durchgeführt. Sie müssen nur einen Behandlungstermin für den Großteil der Therapie einplanen.

Unsere persönlichen Erfahrungen und Behandlungsziele 

Heute können wir nahezu alle Patienten implantologisch versorgen. Voraussetzung ist die allgemeinmedizinische Operationstauglichkeit und das abgeschlossene Körperwachstum bei jungen Menschen. Bei zahnlosen Patienten ist in der Regel die Methode „Feste Dritte Zähne an 1 Tag“ möglich, diese Fälle können also erfreulicherweise zu annähernd 100% mit Sofortimplantationen und Sofortversorgungen gelöst werden.

Wird ein Einzelimplantat oder werden mehrere Implantate eingesetzt, so ist die Wahl der Methode von den spezifischen Patientenvoraussetzungen abhängig. Unser Ziel ist in jedem Fall: Die optimale Versorgung mit so wenigen Eingriffen wie möglich zu erreichen, und dabei diejenigen Eingriffschritte zu wählen, die am verlässlichsten sind.

Prinzipiell richten wir uns bei der Methodenauswahl nach dem Grundsatz: „Zum bestmöglichen Ergebnis mit überschaubarem Aufwand bei geringstem Risiko“! Neben den medizinischen Möglichkeiten beeinflussen selbstverständlich auch die ganz individuellen Patientenwartungen und Wünsche die Entscheidung.

Der richtige Zeitpunkt für die Implantation ist individuell festzulegen    

Der optimale Zeitpunkt für die Implantation wird für jeden Patienten also fallspezifisch entschieden. Dabei spielen anatomische, chirurgische und prothetische Aspekte eine Rolle.

Eine Sofortimplantation ist für den Patienten zweifelsohne die perfekte Lösung. Wenn sie aus zahnmedizinischen Gründen nicht in Frage kommt, stehen weitere Methoden zu Wahl: die verzögerte Sofortimplantation erfolgt einige Tage oder wenige Wochen nach der Zahnentfernung nach Abheilung des Weichgewebes, jedoch vor der knöchernen Ausheilung des Zahnfaches. Oder die Spätimplantation, die nach der knöchernen Ausheilung des Zahnfaches erfolgt.

Setzen Sie auf einen erfahrenen Spezialisten für Implantologie

Nicht zuletzt sollten Sie sich im Falle einer Implantation und insbesondere einer Sofortimplantation mit Sofortversorgung ausschließlich von einem gezielt darin geschulten und erfahrenen Spezialisten behandeln lassen, der fortgeschrittene implantologische Fähigkeiten aufweisen kann. Zudem solle die Praxis über moderne Ausstattung für die bildgebende 3D Diagnostik verfügen. Denn für den Erfolg der Implantation ist eine absolut präzise Diagnose mit Feststellung der knöchernen Strukturen von immenser Bedeutung. Sie ermöglichen eine sichere Planung der Behandlung.

Ihr behandelnder Spezialist wird sie ehrlich und umfassend beraten. Ob Sofortimplantation oder Behandlung in mehreren Sitzungen: Wenn Sie sich für einen implantatgetragenen Zahnersatz entscheiden, werden Sie an Ihren neuen „Dritten“ langfristig Freude haben. Denn in Funktion und Ästhetik steht diese Form des Zahnersatzes den natürlichen Zähnen in nichts nach. Und er hält meist ein ganzes Leben.

Ihr Dr. Marc Hinze

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