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Implantate und Zahnersatz im Ausland: Lohnt sich Zahntourismus wirklich? Vorteile und Risiken kritisch betrachtet

Zahnersatz 50% billiger – Hotelkosten werden übernommen – Wir holen Sie direkt vom Flughafen ab. So klingen die Versprechungen der günstigen Anbieter für Implantate und Zahnersatz im osteuropäischen Ausland. Videotext im Fernsehen, blinkende Internetbanner und Hochglanzbroschüren werben für den „Zahntourismus“ in Polen, Ungarn, Tschechien und vielen anderen Ländern. Vielleicht überlegen Sie ja gerade, ob Sie ein solches Angebot annehmen sollen? 

Urlaub und Zahnersatz in einem – schnell, unkompliziert, sicher. Doch ist das wirklich so? Wir wollen die Hintergründe der niedrigeren Preise und die Kriterien, die es zu bedenken gilt, etwas näher beleuchten.

Erstklassige Qualitätsarbeit hat seinen Preis – das gilt auch für Zahnimplantate, Zahnersatz und die Arbeit in professionellen Zahnarztpraxen und Dentallaboren. Und hier sind wir auch schon bei den wichtigsten Ansatzpunkten für Preisersparnisse.

Implantate, Zahnersatz und Zahntechnik im Ausland: Qualität vergleichbar mit Deutschland?

In Deutschland entfallen im Durchschnitt ca. zwei Drittel der Gesamtkosten einer Implantatbehandlung auf Material und Laborkosten. Qualitativ hochwertige Implantate renommierter Hersteller kosten ca. 150 bis 250 Euro netto. Bei komplexeren Anforderungen können diese Kosten bis auf 500 Euro steigen. Hinzu  kommen die Kosten für den Aufbau und die zusätzlich notwendigen Materialien, die nochmals bis zu 200 Euro betragen können. Das Einsparpotenzial durch Verwendung günstigerer Produkte ist als groß.

Erfahrungen mit Patienten, die sich im Ausland behandeln ließen zeigen, dass die eingesetzten Implantate und der darauf angebrachte Zahnersatz teilweise Qualitätsmängel aufweisen. Die Qualität ist jedoch eines der wichtigsten Kriterien für die lebenslange Haltbarkeit eines Zahnimplantates, hier ist also äußerste Vorsicht geboten – auch hinsichtlich der späteren Verfügbarkeit passender Ersatzteile.

In Deutschland hingegen bieten Premium-Implantathersteller optimale Systeme für nahezu jede Indikation. Selbst für hoch komplizierte Zahn- und Kiefersituationen gibt es sichere Lösungen. In unsere Praxis nahe München greifen wir auf diese Hersteller zu. 

Funktion und Ästhetik: Ausland oder lieber Qualität „Made in Germany“?

Wie sieht es mit den funktionalen und ästhetischen Ansprüchen aus? Jeder, der schon einmal eine Krone, Brücke oder Prothese bekommen hat, weiß, wie wichtig es ist, dass Form und Farbe perfekt passen und auf die noch vorhandenen Zähne abgestimmt sind. Nur wenn der Zahnersatz sorgfältig vermessen und exakt angepasst wird, funktioniert und wirkt er wie ein natürlicher gesunder Zahn. Dies gilt auch für ein Implantat und den zugehörigen Zahnersatz.  

Auch sollten Sie bedenken, dass die Anbieter im Ausland einem hohen Zeitdruck ausgesetzt sind, denn sie versprechen, dass die Behandlung nur wenig Zeit in Anspruch nimmt. Der Zahnersatz muss also recht eilig angefertigt werden. Und wenn im Nachhinein Anpassungen notwendig sind, so müssen weitere Behandlungstermine vereinbart werden, zu denen Sie erneut anreisen müssen.

Deutsche Zahntechniker haben vor allem im Bereich der Spitzenzahntechnik weltweit einen herausragenden Ruf als Beste Ihrer Zunft. Diese Perfektion in Funktion und Ästhetik hat seinen Preis, doch letztendlich profitiert der Patient davon in höchstem Maße. Denn was bringt eine kurzfristig erfreuliche Kostenersparnis, wenn der Zahnersatz in wenigen Jahren erneuert werden muss? Oder wenn er nicht zur individuellen Gesichtsästhetik passt und unangenehm auffällt?

Auch in Deutschland gibt es Qualitätsunterschiede, jedoch auf einem höheren Niveau. In unserer Praxis Dr. Hinze in Gräfelfing bei München verwenden wir ausschließlich qualitativ hochwertigsten  Zahnersatz "Made in Munich“ und Materialien von Top-Herstellern. Damit erreichen wir maximale Sicherheit für den Behandlungserfolg.

Niedrigere Preise durch niedrigere Lohnkosten

Neben der Kostenersparnis bei Material und Technik sind die günstigeren Preise im Ausland auch den Lohnkosten zuzuschreiben, die Grundlöhne und Lohnnebenkosten sind deutlich niedriger als in Deutschland. Doch dieser Effekt wird zunehmend kleiner, da sie seit einigen Jahren stetig steigen. Und da der Kostenanteil für das Material wie oben beschrieben sehr hoch ist, ergibt sich aus den Kosten für die Arbeitsleistung weniger Sparpotenzial als landläufig angenommen. Und letztendlich haben ausländische Zahnärzte, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz „Kunden“ anwerben in der Regel auch höhere Einkommensziele als ihre einheimischen Kollegen.

Was es noch zu wissen lohnt hinsichtlich der gängigen Preisvergleiche der Zahnpraxen im Ausland: Sie beziehen sich in der Regel auf Kosten für Behandlungen in einer hohen Preisregion, und nicht auf die günstigeren Angebote, die auch in Deutschland zu finden sind.

Qualifikation, Know-how, Erfahrung: Gibt es Unterschiede?

Kein seriöser Spezialist für Implantologie würde sich je anmaßen, Arbeitsqualität, Know-how und Wissensstand ausländischer Zahnärzte und Implantologen grundsätzlich anzuzweifeln. Und gewiss ist das Erfahrungspotenzial bei manchen etablierten Praxen in osteuropäischen Ländern beachtlich. Auch der erste Eindruck, den Patienten durch Bilder von Räumlichkeiten, Personal und technischer Ausstattung bekommen, weckt viel Vertrauen – sie wirken meist modern und angenehm.

Dennoch geben wir zu bedenken, dass die durchschnittliche Qualifikation und Technik in Osteuropa nicht dem durchschnittlichen deutschen Niveau entspricht. In Deutschland gibt es speziell ausgebildete Spezialisten und Fachärzte für Parodontologie und Implantologie. Praxen mit diesem Zertifikat müssen ein hohes Niveau an fachlicher Ausbildung und implantologischer Erfahrung nachweisen. Auch muss jede deutsche Praxis ein Qualitätsmanagement anwenden und einen gewisses Fortbildungsniveau nachweisen. All diese Maßnahmen dienen der Qualitätssicherung – im Ausland dagegen sind solche Vorgaben entweder nicht existent, und wenn, dann selten nachprüfbar. Dies ermöglicht dem einen oder anderen „schwarzen Schaf“ den Weg in die „professionelle Implantologie“.

Zudem gibt es in Deutschland auch für den angrenzenden Bereich der Parodontologie die Zertifizierung als „Spezialist für Parodontologie der DGParo®“ sowie viele weitere hoch spezielle Qualifikationen und hochkarätige Aus- und Weiterbildungen für Implantologen und Parodontologen.

Was die Hygiene betrifft, spielt Deutschland ebenfalls eine Vorreiterrolle: Standards für Desinfektion und Sterilisation sind für Zahnarztpraxen verbindlich gesetzlich festgeschrieben. Sie werden laufend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst – und vor Ort in der Praxis überprüft. Die Vorschriften beinhalten sowohl die verwendeten Geräte, wie Sterilisatoren, als auch die Arbeitsabläufe. Da es derartige Standards im Ausland nicht gibt, muss dort von einem durchschnittlich geringeren Sicherheitsstandard bei Zahnbehandlungen ausgegangen werden.

Was die Gesamtbehandlung anbelangt, sollten Sie auch den Zeitaspekt kritisch durchdenken. Diagnose und Therapie sind nicht immer einfach und schnell in wenigen Behandlungsschritten durchzuführen. Um den langfristigen Erfolg der Behandlung sicherzustellen ist beispielsweise vor einer Zahnersatzbehandlung häufig eine professionelle Vorbehandlung der Parodontitis notwendig. In Deutschland werden in der persönlichen Beratung alle Schritte sorgfältig gemeinsam mit dem Patienten abgestimmt und entschieden. Aufgrund der räumlichen Distanz zum ausländischen Zahnarzt besteht die Gefahr einer zu raschen Entscheidung und zu frühzeitigen Versorgung mit einem Zahnimplantat und dem Zahnersatz.

Erreichbarkeit des Zahnarztes nach Operation, Narkose und im Notfall

Ein weiteres entscheidendes Kriterium ist die Erreichbarkeit des Zahnarztes nach einem operativen Eingriff, in dem die Implantate gesetzt werden. Die Operation erfolgt unter Narkose. In unserer Praxis wird sie von einem professionellen Team von Anästhesisten durchgeführt, betreut und überwacht. Nach Operation und Narkose sind wir für die Patienten im Bedarfsfall auch außerhalb der Öffnungszeiten über eine spezielle Notrufnummer erreichbar und können sofort eingreifen, sollten einmal Probleme auftreten, wie etwa stärkere Schmerzen oder Narkosenachwirkungen. Wenn Sie sich im Ausland behandeln lassen, werden diese Möglichkeiten eher beschränkt sein, insbesondere wenn Sie sich schon wieder auf dem Nachhauseweg befinden.

Garantie und Regress im Ausland

Was, wenn es nach einer Implantatbehandlung im Ausland zu Komplikationen kommt? Etwa zu einer Entzündung, oder der Zahnersatz passt nicht 100%ig. Es ist die Frage, wie Sie als deutscher Patient im Falle eines Falles Ihre Ansprüche beim ausländischen Zahnarzt durchsetzen können. Die Antwort ist weitgehend offen. Sicher ist jedoch, dass ein zufriedenstellender Ausgang schon aus organisatorischen und kommunikativen Gründen nur unter erschwerten Bedingungen zu erreichen ist. Viele ausländische Anbieter schließen eine Garantie in ihr Angebot ein, doch auch wenn diese eingehalten wird: dass für den Patienten hier hohe Zusatzkosten entstehen, etwa durch weitere Reisekosten, wird selten bedacht.

Auf einen Blick: Zahnimplantate im Ausland – Was wir zu bedenken geben

  • Die versprochenen Niedrigkosten erhöhen sich um Reise- und Aufenthaltskosten 
  • Meist müssen mehr Behandlungs- und Kontrolltermine stattfinden, als im Behandlungsplan vorgesehen, dadurch können beträchtlich Mehrkosten entstehen
  • Dies steigert sich weiter, wenn nach Behandlungsabschluss Probleme auftreten, wenn etwa der Zahnersatz erneut nachbearbeitet werden muss
  • Die Preisdifferenz basiert häufig auf günstigen Materialien, was die langfristige Haltbarkeit von Zahnimplantat und Zahnersatz gefährdet
  • Der knappe Zeitfaktor birgt das Risiko der mangelnden Sorgfalt und des Nichtbeachtens etwaiger problematischer Indikationen, wie Parodontitis. Ein deutscher Spezialist stellt die notwendige stabile Mundsituation vor dem Setzen des Implantates sicher
  • Treten nach der Operation Probleme auf, so ist die Erreichbarkeit der Zahnarztpraxis im Ausland eher eingeschränkt und ein schnelles Eingreifen nicht gewährleistet
  • Auch wenn selten: Sollten schwere Behandlungsfehler auftreten, so müssen Schadenersatz und Schmerzensgeldansprüche nach geltendem Recht am Ort der Behandlung durchgesetzt werden 
  • Bei ästhetisch schwierigen Behandlungen im Frontzahnbereich sollte unbedingt ein inländischer Spezialist für Implantologie konsultiert werden, nur dann greifen alle Behandlungsschritte nahtlos ineinander
  • Ein Kostenvergleich mit Deutschland sollte unbedingt stattfinden, denn gerade bei kleineren Behandlungen mit ein oder zwei Implantaten ist die Kostenersparnis unterm Strich sehr gering
  • Bei aufwändigen und langwierigere Behandlungen sollte von Ausländischen Zahnärzten unbedingt abgesehen werden. Der laufende Therapiebedarf kann nur in der Nähe des Patienten erfolgreich durchgeführt werden.
  • Qualitätsstandards von Qualifikation, Material, Technik sind im Ausland weitgehend ungeklärt und kaum überprüfbar
  • Eine professionelle und regelmäßige Nachsorge und Pflege der Implantate und des Zahnersatzes sind nur im Inland ohne großen Zeit- und Kostenaufwand durchführbar
  • Zu ausländischen Zahnärzten lässt sich kein langfristiges Vertrauensverhältnis aufbauen
  • Beim deutschen Spezialisten für Implantologie können Sie jederzeit auf schnelle Hilfe bei unvorhersehbaren Ereignissen vertrauen

Fazit

Unser Rat an alle Patienten, die sich mit dem Gedanken einer implantologischen Behandlung im Ausland tragen: Überlegen Sie sich genau, wem Sie Ihr Vertrauen schenken, schließlich geht es um Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Machen Sie sich die oben beschriebenen Erläuterungen und Risiken bewusst und entscheiden Sie dann, ob Sie nicht lieber auf die – möglicherweise vermeintliche – Kostenersparnis verzichten und dafür lieber eine erstklassige und sichere Implantat- und Zahnersatzbehandlung in Deutschland genießen wollen.

Ihr Dr. Marc Hinze

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