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Eine gute Short Story: Kurze Implantate zur Vermeidung von Knochenaufbau – Implantat-Zahnersatz auch bei geringem Knochenangebot

Sie wünschen sich ein Zahnimplantat, schrecken jedoch vor der Behandlung zurück, da Ihr Kieferknochen sich bereits zurückgebildet hat und Sie einen aufwändigen Knochenaufbau fürchten? Dann haben wir gute Nachrichten für Sie: Seit einigen Jahren stehen in der modernen Implantologie neben den klassischen längeren Zahnimplantaten auch wesentlich kürzere Varianten mit 6 bis 8 Millimetern Länge zur Verfügung, die auch bei geringer vertikaler Knochenhöhe ohne Knochenaufbau sicher implantiert werden können. Die Erfolgsquoten liegen bei diesen modernen kurzen Implantaten gleich hoch wie bei ihren längeren Verwandten.

Kurz und gut: Erfreuliche Weiterentwicklungen in der Implantologie

Noch in den 90ern war die Meinung vorherrschend, dass nur durch den Einsatz möglichst langer Implantate der dauerhafte Erfolg gewährleistet werden kann. Inzwischen haben zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt: auch mit den hoch innovativen, kürzeren Implantaten wird eine langfristige Stabilität erreicht. Der gängige Anspruch an die Minimallänge lag bei 10 Millimetern für Implantationen im Unterkiefer und bei 13 Millimetern für den Oberkiefer. Die modernen kurzen Implantate weisen hingegen nur eine Länge von unter 8 Millimetern auf.

Knochenrückgang und Implantation

Ein ausreichendes Knochenangebot ist Grundvoraussetzung für das Setzen eines Zahnimplantates – nur dann kann die künstliche Zahnwurzel sicher und dauerhaft fest verankert werden. Je länger also das Implantat, desto mehr vertikaler Kiefernknochen muss zur Verfügung stehen.

Vor allem ältere Patienten weisen jedoch häufig einen dünnen Kieferknochen sowie ein reduziertes Knochenangebot auf, sowohl im Oberkiefer als auch am Kieferkamm des Unterkiefers, wo der Knochenschwund oft stark ausgeprägt ist. Ein solcher Knochenrückgang zieht auch anatomische Grenzen nach sich – der Einsatz normaler Implantatgrößen wird durch den Unterkiefernerv und im Oberkiefer durch die Kieferhöhle begrenzt. Meist ist der Knochenschwund auf längere Zahnlosigkeit oder langes Tragen einer Prothese zurückzuführen: der Belastungsreiz für den Kieferknochen fehlt, was zu dessen fortschreitendem Abbau führt.

Ist das Knochendefizit stark ausgeprägt, so kann es mit aufwändigen Augmentationsverfahren (Knochenaufbau) vor oder während der Implantation ausgeglichen werden. Ein solcher vertikaler Knochenaufbau erfordert jedoch, im Vergleich zur Implantation ohne Knochenaufbau, einen relativ großen chirurgischen Eingriff – und bedeutet somit eine zusätzliche Belastung für den Patienten. Bei sehr starkem Knochenrückgang kann es sogar nötig sein, Knochenmaterial aus dem Beckenkamm oder dem Wadenbein zu entnehmen. Zudem kann die Verlegung des Unterkiefernervs notwendig sein, oder die Anhebung des Kieferhöhlenbodens (Sinuslift), um genügend Platz für das Implantat zu schaffen. Doch es gibt eine Alternative:

Short Implants – die minimalinvasive Alternative. Mit kurzen Implantaten Knochenaufbau vermeiden

Mit den modernen kurzen Zahnimplantaten kann ein chirurgischer Knochenaufbau in vielen Fällen vermieden werden. Diese kurzen Varianten haben eine Implantatlänge von nur 6 bis 8 Millimetern, die ultrakurze Version misst nicht einmal 5 Millimeter Länge. Der große Vorteil dieser „Shortys“: Diese kurzen Implantate können im Gegensatz zu herkömmlichen, längeren Implantaten ohne Knochenaufbau gesetzt werden – auch bei dünnem Knochen und geringerem Kieferknochenangebot. Denn die kurzen Implantate mit großem Durchmesser ermöglichen eine bessere Lastverteilung bei anspruchsvollen anatomischen Verhältnissen und sie eignen sich hervorragend, um optimale biomechanische Verhältnisse zu erzielen. Auch Patienten mit einer eher schwierigen Knochensituation kommen somit in den Genuss eines minimalinvasiven Eingriffs. Zudem wird die Einheilzeit nicht durch einen chirurgischen Knochenaufbau verlängert und die gesamte Behandlungsphase bis hin zum Gebrauch des implantatgetragenen Zahnersatzes ist erheblich kürzer als bei einem zusätzlichen Knochenaufbau.

Kurze Implantate: Die Vorteile auf einen Blick

  • Meist kein Knochenaufbau im Unterkiefer und Sinuslift im Oberkiefer vor oder während der Implantation notwendig
  • Einsetzen auch bei begrenzten Knochenangebot möglich
  • Schnelle Einheilung in den Kieferknochen
  • Schonung von Knochengewebe, Nachbarzähnen, Kieferhöhle im Oberkiefer und Unterkiefernerv
  • In der Regel keine Zahnfleischschnitte notwendig
  • Keine aufwändige und teure Diagnostik im Vorfeld
  • Deutlich kürzere Behandlungszeiten und geringere Behandlungskosten als bei Implantation mit Knochenaufbau
  • Geeignet für Oberkiefer und Unterkiefer, je nach Kiefersituation
  • Gleich hohe Erfolgsraten wie bei längeren Implantaten
  • Optimale Funktion und Ästhetik des befestigten Zahnersatzes
  • Verankerung bestehende herausnehmbarer Prothesen auf kurzen Zahnimplantaten möglich

Weniger ist mehr: Schonender Eingriff und schnelle Einheilung kurzer Implantate

Wie die längeren Verwandten, werden auch die kurzen Zahnimplantate in der Regel unter lokaler Anästhesie eingesetzt. Um das Implantatbett optimal auf die Verankerung des Implantats im Kieferknochen vorzubereiten, wird dabei lediglich eine andere Bohrerform verwendet und eine geringere Bohrgeschwindigkeit schützt das Knochengewebe vor Überhitzung. Die geringere Bohrtiefe schont zudem die Wurzeln der Nachbarzähne. Außerdem werden anatomische Strukturen, wie Unterkiefernerv und Kieferhöhle im Oberkiefer geschont, da ein kurzes Implantat weniger Knochenvolumen benötigt.

Die Stabilität eines Zahnimplantats hängt vor allem von der Fähigkeit ab, in den Knochen einzuheilen – und nicht, wie lange angenommen, hauptsächlich von der Gewindelänge. Dies belegen neure wissenschaftliche Studien. Dank ihrer innovativen Geometrien und Materialoberflächen heilen die kurzen Implantate schnell in den Kieferknochen ein und sorgen für eine sehr gute und stabile Verbindung. Die Einheilzeit liegt im Unterkiefer bei etwa 3 Monaten, im Oberkiefer bei etwa 6 Monaten.

Hinsichtlich der Lebensdauer kurzer Implantate haben die Erfahrungen sowie wissenschaftliche Studien gezeigt, dass die Erfolgsrate kurzer Implantate mit der von herkömmlichen, längeren Standardimplantaten vergleichbar ist. Sie also mit einer kurzen Haltbarkeit in Verbindung zu bringen, wie es in der Vergangenheit oftmals der Fall war, ist also hinfällig.

Auf zahnärztlicher Seite ist bei Verwendung kurzer Implantatsysteme eine präzise Implantatplanung mit digitaler 3D-Röntgentechnologie und digitalem Volumentomographen (DVT) maßgebend, um das vorhandene Knochenangebot optimal nutzen zu können und das Implantat sicher zu setzen.

Zahnersatz auf kurzen Implantaten: Sofortversorgung und Sofortbelastung eher schwierig

Als geringen Nachteil kurzer Implantate könnte man die Grenzen sehen, die sie hinsichtlich einer Sofortversorgung und Sofortbelastung setzen: Eine unmittelbare Verankerung des provisorischen oder endgültigen Zahnersatzes direkt im Anschluss an die Implantation, ist in den meisten Fällen nicht ratsam. Grund hierfür ist, dass wegen des geringeren Knochenangebots meist keine ausreichende Primärstabilität gegeben ist. Der Zahnersatz sollte auf kurzen Zahnimplantaten deshalb erst nach der abgeschlossenen Einheilung erfolgen. 

Short Story mit Happy End!

Alle Patienten wünschen sich eine minimalinvasive Behandlung. Mit den innovativen kurzen Implantaten sowie dank moderner Diagnostik- und Behandlungsverfahren kann der Spezialist für Implantologie diesen Wunsch in vielen Fällen auch dann erfüllen, wenn der Kieferknochen sich bereits zurückgebildet hat. Dies ist sehr erfreulich, denn die meisten Zahnimplantate werden bei Patienten gesetzt, die zwischen 50 und 70 Jahre alt sind. Und besonders am oberen Ende dieser Altersgruppe ist mit einem deutlichen Knochenabbau zu rechnen. Da kurze Implantate einen festsitzenden Zahnersatz ermöglichen, der in Lebensdauer, Funktion und Ästhetik den herkömmlichen Implantatsystemen in nichts nachsteht, können heute die meisten Patienten in den Genuss eines festsitzenden Zahnersatzes kommen – bei maximaler Schonung von Knochen und Gewebe sowie ohne aufwändige chirurgische Eingriffe. Freuen Sie sich auf schöne Zähen und einen festen Biss, auch wenn Ihr Kieferknochen vielleicht nicht mehr ganz „der Alte“ ist. 

Ihr Dr. Marc Hinze

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