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Parodontitis und Schwangerschaft: Frühgeburt und andere Risiken fürs Baby minimieren

Neuere Forschungsergebnisse zeigen: Werdende Mütter, die unter Parodontitis leiden, tragen ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit des ungeborenen Babys. Doch mit gewissen Vorsichtsmaßnahmen können diese Risiken minimiert oder ausgeschaltet werden.

Erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt durch Parodontitis

Schon vor 30 Jahren wurden in mehreren amerikanischen Studien Zusammenhänge zwischen Parodontitis (umgangssprachlich Parodontose) und Problemen in der Schwangerschaft nachgewiesen. Die Ergebnisse waren statistisch eindeutig: Das Risiko einer Frühgeburt ist signifikant erhöht, wenn die Schwangere unter der bakteriellen Erkrankung des Zahnfleisches leidet. Die Forscher fanden im Fruchtwasser dieselben Bakterien wie im Mundraum der Mutter. Die Plazenta gibt dem Ungeborenen keinen absoluten Schutz gegen Bakterien und Viren, wie bisher angenommen wurde – und wenn die Schädlinge die Plazenta erreichen und damit bis zum Fötus vordringen, steigt das Risiko für eine Frühgeburt um das 2,8-fache! Dies bestätigen Wissenschaftler der Universität von North Carolina in Chapel Hill.

Bakterien, die bis in die Plazenta eindringen, sind äußerst aggressiv und lösen Stress- und Abwehrreaktionen beim Fötus aus, so die Ansicht der Forscher. Das Gehirn empfängt Warnsignale einer Immunreaktion oder Entzündung – es kann zu vorzeitigen Wehen kommen, die eine Frühgeburt verursachen. Alarmierend ist zudem der signifikante Zusammenhang zwischen Parodontitis und Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes im Mutterleib. Grund hierfür könnte die Reaktion des Fötus auf die eindringende Bakterienflut sein: Der kleine Körper ruft eine Art Aufnahmestopp aus.  

Meiner Meinung nach gehört Parodontitis deshalb eindeutig zu den Risikofaktoren in der Schwangerschaft, genauso wie Rauchen, Einnahme starker Medikamente, eine Zuckererkrankung und Alkoholkonsum.

Besondere Vorsicht bei vermehrtem Zahnfleischbluten

Ablagerungen und Plaque auf den Zähnen können zu Parodontitis führen – jeder Zweite ist davon betroffen, in leichter oder schwerer Ausprägung. Wenn dieser Bakterienbelag unbehandelt bleibt, kann er langfristig zu einer chronischen Entzündung des Zahnhalteapparates führen und somit zum Ausfall der Zähne. Besondere Vorsicht ist bei Schwangeren geboten, denn die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft verursacht häufigeres Zahnfleischbluten – die ideale Grundlage für Bakterien. Je mehr Bakterien ihr Unwesen treiben, desto größer ist das Risiko, dass sie ins Gewebe eindringen und über die Blutbahn der Schwangeren zur Plazenta und in die Fruchtblase gelangen. Als betroffene Schwangere müssen Sie jedoch nicht mit Panik reagieren – Sie sollten aber unbedingt zu einem auf Parodontologie spezialisiertem Zahnarzt gehen, um einer etwaigen Parodontitis und den damit verbundenen Gefahren für Ihr Baby entgegenzuwirken.

Abhilfe leicht gemacht: Mit Vorsorge und Dentalhygiene Risiken ausschalten

Grundsätzlich lautet der Rat, den ich auch in meiner Praxis in Gräfelfing bei München jeder Frau in einer entsprechenden Situation erteile: Um Risiken fürs Baby durch Parodontitis zu minimieren oder gänzlich zu vermeiden, sollten Sie sich bereits in der Phase der Familienplanung, spätestens jedoch mit Beginn der Schwangerschaft, auf Parodontitis checken lassen und bei Bedarf sofort mit der Parodontosebehandlung starten. Im Frühstadium der Erkrankung ist eine sorgfältig durchgeführte professionelle Dentalhygiene ausreichend, denn Zahnstein, Plaque sowie harte Ablagerungen werden auch unterhalb des Zahnfleischsaumes vollständig entfernt. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen gibt es ebenso wirksame Maßnahmen, deren Durchführung unter Berücksichtigung der individuellen Situation mit der Patientin besprochen wird.

Dr. Marc Hinze

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